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Voltigieren

Voltigieren als Teil des Sportunterrichts

Das Voltigieren ist eine Behandlungsmaßnahme, die sich den Schwingungen des Pferderückens im Schritt - in den 3 Ebenen „auf - nieder„, „vor - zurück„ und „seit zu seit„ - bedient.
Das Voltigieren ist eine neurologische Behandlung, weil sie auf zentralnervöse Vorgänge in derartiger Weise einwirkt, dass es zu physiologischen - normalisierten Bewegungsabläufen und Verhaltensweisen kommt.
Das Prinzip und Ziel der Behandlung ist die Entwicklung normaler Haltungs- und Bewegungsabläufe bei gleichzeitiger Hemmung patologischer Reflexe sowie die Regulierung des abnormen Muskeltonus. Sie schließt aufgrund des Ganzheitsprinzips die Förderung der Wahrnehmungsleistungen und der Kognation mit ein und zielt darauf aus, Funktionen und Erfahrungen zu verbessern. Beim Voltigieren wird durch die Einwirkung des Pferdes mit seiner eigenen Motorik, seine eigenen Verhaltensweisen unmittelbar auf den Menschen die Behandlung komplexer.
Das sich bewegende Pferd wird zum Vermittler der Motorik. Es braucht keine Worte und Gesten und Hilfsmittel, um verstanden zu werden. Der Pädagoge verliert in dieser Therapie sicher an Bedeutung für das Kind, sicher nicht für die Qualität und die Effizienz der Therapie. Durch die andere Position wenden sich die Aufmerksamkeit, das Interesse und die Neugier des Kindes dem Pferd zu, und es erwartet Bewegung.
Physiologische Wirkungsfaktoren des Voltigierens:Atmung wird verbessert und vertieft.Magen-, Darm- und Harntraktperistaltik wird günstig beeinflusst.Die Wärme des Pferdes trägt zur Entspannung bei (Lockerung der Muskulatur durch die 1Grad C höhere Temperatur des Pferdes).Die Sinnessysteme mit ihren Funktionen Sehen, Hören, Riechen, Gleichgewicht und Spüren von Haut- und Tiefensensibilität (Vibration und Gelenksbewegung) werden durch die Bewegung des Pferdes aktiviert.

Psychische Faktoren

Aufgrund der sich entwickelnden Interaktion zwischen Mensch und Pferd durch die Wahrnehmung mit Hilfe der Sinnesorgane, durch intensiven Körperkontakt, durch gegenseitiges Verstehenlernen der Bewegungen und Ausdrucksformen wird eine Modifikation des sozialen und persönlichen Verhaltens möglich.
Ein Kind, das oft durch viele negative Erlebnisse und durch erlittene Frustration kein Vertrauen zu sich und seinen Fähigkeiten mehr hat, das Angst hat, daß von ihm zu viel gefordert wird, muss erst Vertrauen bekommen und realisieren, dass das Pferd es trägt und annimmt., das Kind wird auch erleben, dass das ausgebildete Pferd die Last auf seinem Rücken balanciert und damit ein verantwortungsvolles Verhalten zeigt. Der Prozess des Einschätzenlernens der Bewegungen und des Verhaltens des Pferdes dauert unterschiedlich lang und hängt nicht nur von der Schwere und der Art der Behinderung, sondern auch vom Einfühlungsvermögen und von der Grundhaltung (Zuneigung, Tierliebe, Urvertrauen, Ängstlichkeit) ab.
Kinder sind bereit, für ihren Kameraden Pferd etwas zu tun, sich zu bemühen, sich zu plagen, damit das Pferd zufrieden ist. Deshalb kann gerade reaktives Fehlverhalten gut korrigiert werden.
In keiner anderen Therapie hat man die Möglichkeit, auf Motorik, Physis, Psyche und damit auch individuell auf geistige Leistung einwirken zu können. Ungesagt soll auch nicht bleiben, welch hohe Wertigkeit das heilpädagogische Voltigieren bei den Eltern genießt, da sie am besten sehen, welche positiven Wirkungen dadurch ausgelöst werden. Der Lohn für die PädagogInnen sind nicht nur die Freude und die leuchtenden Augen der Kinder, sondern auch der Fortschritt im motorischen Bereich und im Verhalten

Beispiele für Wirkungsweisen

Haltungsschwäche:
Anspannung der Muskulatur - Kräftigung
Spastik:
Verminderung des Hypertonus (Lockerung)
Haltungsaufbau gegen die Schwerkraft (Spastiker können sich schwer gegen die Schwerkraft aufrichten
Anbahnung gezielter Bewegung (Festhalten)

Athetose:
Haltungsaufbau besonders über Gleichgewichtsschulung (gezielte
Bewegung anbahnen)

Ataxie:
Haltungsaufbau - Sitz (durch Muskeltraining Kontrolle anbahnen)
Hörstörung:
Umsetzung von körperlicher Übung über Sehen (Vorbild, Zeigen)

Sehstörung:
Umsetzung von körperlicher Übung über Hören und Fühlen

Autismus:
Aufbau von Vertrauen